Mit einem Club Geld verdienen – das hört sich gut an, ist aber schwieriger als man denkt. Mal geht ein Glas kaputt, dann zerlegt ein DJ das Hotelzimmer. Wir haben mal Einnahmen und Ausgaben gegengerechnet.
Eine Warnung vorweg: Kalkulationen wie diese sind nur bedingt auf einen realen Club übertragbar. Dennoch zeigen einzelnen Posten, was man alles beachten sollte. Selbstverständlich können Mieten und Investitionen je nach Lage und Anspruch stark variieren. Zudem legt jeder Club einen anderen Schwerpunkt. Der eine versucht mit Marketing die Leute anzulocken, der andere mit einem guten DJ-Programm. Im vorliegenden Beispiel gehen wir von einem Club in einer Großstadt aus, der sich über die Musik definiert, also bekannte DJs bucht. 500 Personen passen rein.
Einnahmen:
Tür:
12 Euro Eintritt sind in einer Stadt wie Hamburg oder München normal. Macht bei 500 Gästen 6000 Euro Einnahmen an der Tür in einer Nacht.
Getränke:
Der Pro-Kopf-Umsatz ist oft niedriger als man vermuten würde. Nicht jeder bestellt Champagner. Als Faustregel gilt: Je mehr Touristen, desto höher die Getränkeeinnahmen. Rund 15 Euro pro Person sind realistisch bei einer gut laufenden Party. 7500 Euro.
Ausgaben:
Inventar
Schallschutz, Extra für den Club angefertigte Möbel, Barbereich, Lüftung, Kühlraum, Elektrik, Frauen-, Männer-, Behinderten-, und Personaltoiletten, Garderobe. Rund 100.000 Euro kommen da schnell zusammen. Zudem muss alles von den Behörden abgenommen werden. Kann sich der Club zehn Jahre halten, sind das bei acht Partys im Monat 100 Euro, bei fünf Jahren 200 Euro pro Nacht.
Miete/Pacht
Mittlerweile haben Investoren verstanden, dass ein Club ein Gebäude aufwertet, nicht abwertet. Dennoch können die Preise weit auseinander gehen. Im Zentrum Münchens sind die Mieten höher, als am Stadtrand von Essen. Realistisch sind rund 5000 Euro im Monat, macht 625 Euro die Nacht.
Technik
Ein gutes Soundsystem kostet zwischen 70.000 und 100.000 Euro, kann aber wieder verkauft werden. Hinzu kommen die Lichtanlage und DJ-Equipment, das sehr wartungsintensiv ist. 100 Euro pro Nacht plus 50 Euro Instandhaltung.
Getränke
Brauereien räumen je nach Ansehen des Clubs großzügige Rabatte ein. Teuer sind Schnaps, Säfte und Früchte. Bei einem Pro Kopf Barumsatz von 15 Euro, sind das etwa 3000 Euro im Einkauf.
Strom, Heizung
Warmes Bier schmeckt nicht. Es werden nicht nur mehrere Kühlschränke benötigt, sondern auch mindestens ein Kühlraum, der hohe Stromkosten verursacht. Im Durchschnitt kommen etwa 100 Euro für Strom in der Nacht zusammen. Und da Clubs meist in kühlen, dunklen Räumen sind, weitere 100 Euro für die Heizung, manchmal auch im Sommer.
Reinigung
Wer zu Hause eine Party gefeiert hat, weiß wie viel Dreck dabei entsteht. 150 Euro kostet’s mindestens, damit der Laden wieder sauber ist.
Versicherung
Ohne Veranstalterhaftpflicht kann es teuer werden. Richtet sich nach Eintritt und Zahl der Gäste. Ca 150 Euro

DJ-Gagen
Damit der Club voll wird, braucht es bekannte DJs. Die wissen um ihren Marktwert. Wohnt der Szene-Star nicht vor Ort, müssen auch noch Hotel- und Fahrtkosten bezahlt werden. Eine Faustregel besagt, dass die Kosten für die Künstler nie die Einnahmen am Eingang und laufenden Betriebskosten überschreiten sollten. Also 4000 Euro in diesem Fall.
Gema
Ist ein Beitrag pro Jahr fällig. Um die 50 Euro pro Nacht.
Türsteher
Ohne Türsteher und Security geht es nicht. Vier sollten es sein. Sie bekommen 15 Euro die Stunde und arbeiten etwa acht. 500 Euro
Barpersonal
Läuft meist über 400 Euro Jobs. 10 Euro die Stunde. Der Barchef bekommt mehr. Insgesamt ca. 800 Euro die Nacht.
Marketing + Werbung
Jeder Club setzt hier einen anderen Schwerpunkt. Wild plakatieren kostet 30 Cent pro Plakat. Da die nicht lange hängen, braucht man bis zu 2000 Plakate. Flyer und Design schlagen ebenfalls zu Buche. Gesamtkosten rund 800 Euro pro Party.
Büro
Clubs sind Unternehmen, mit Buchhaltung, Booker und PR.
Pro Mitarbeiter rund 2500 Euro im Monat. Pro Nacht sind das rund 1000 Euro
Kassensturz:
In unserem Beispiel stehen Einnahmen von 13.500 Euro, Ausgaben von 11625 Euro gegenüber, macht einen Gewinn pro Nacht von 1875 Euro. Allerdings müssen nun noch jede Menge Steuern bezahlt werden, etwa Umsatz- und Vergnügungssteuer. Bleiben vielleicht noch 1000 Euro Gewinn. Von denen sollte man wiederum die Hälfte zurücklegen, da eine Party auch mal floppen kann. Bis zur ersten Millionen muss man einige gute Nächte auf die Beine stellen. Rock on!